Viagra-Patent läuft aus: Schlechte Nachrichten für die Arzneifälscher.
Sie haben den Artikel in Ihre Merkliste aufgenommen.
Möchten Sie ihn nicht auch gleich mit Feunden teilen?
Schlechte Nachrichten für die Arzneifälscher.
Das dürften auch Bayer und Lilly zu spüren bekommen. Denn wenn Arzneien mit dem Wirkstoff Sildenafil billiger werden, geht zulasten der beiden noch patentgeschützten Mittel Cialis und Levitra der beiden Pfizer-Konkurrenten. Dafür sprechen zum Beispiel Erfahrungen in Finnland, wo das Viagra-Patent schon 2009 ausgelaufen ist. Der Absatz des Wirkstoffs Sildenafil hat sich dort seither verdreifacht.
Auch für eine andere Gruppe ist der Ablauf der Viagra-Patente eine schlechte Nachricht: für die Arzneimittelfälscher. Denn mit dem zu erwartenden Preisverfall dürfte zumindest in Europa auch der finanzielle Anreiz für den Vertrieb von Fälschungen sinken. Bislang gilt Viagra als das am meisten gefälschte Medikament der Welt.
Die Pharmabranche steht vor schwierigen Zeiten: Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Accenture werden bis zum Jahr 2015 rund 50 Blockbuster ihren Patentschutz verlieren – das sind Arzneien, die für mindestens eine Milliarde Dollar Umsatz im Jahr sorgen. Die Originalprodukte verlieren nach Patentablauf in der Regel massiv Marktanteile an die deutlich preisgünstigeren Nachahmer-Produkte der Generikahersteller.
Betroffen sind die Medikamente etlicher Pharmakonzerne. Etwa der Cholesterinsenker Lipitor, mit dem Pfizer einst mehr als 12 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr machte. Oder der Blutverdünner Plavix, der Sanofi und Bristol-Myers Squibb 2011 mehr als neun Milliarden Dollar in die Kassen spülte. Auch das Asthma-Mittel Singulair von Merck verliert seinen Schutz.
Von Ablauf der Patente profitieren die Hersteller von Generika: Sie dürfen die Arzneien kopieren und zu günstigen Preisen verkaufen. Das dämpft die Kosten – auch die Patienten profitieren davon.
Der Pharma-Industrie fällt es immer schwere, neue Blockbuster-Medikamente zu entwickeln. Das hat mit den strikteren Zulassungsbedingungen und den schärferen Kontrollen der Behörden zu tun. Ein Beispiel: Der deutsche Hersteller Merck stoppte das Multiple-Sklerose-Medikament Cladribin, weil es in mehreren Ländern keine Zulassung bekam.
Allerdings sind die Folgen für Pfizer verschmerzbar. Denn zum einen bringen Medikamente wie der Cholesterinsenker Lipitor dem Hersteller deutlich mehr ein – mit gut zwei Milliarden Dollar Umsatz steht das Potenzmittel nur an sechster Stelle. Zum anderen laufen jetzt nur die Patente in einigen europäischen Ländern aus, neben Deutschland in Frankreich, Großbritannien und Österreich. Patentfrei ist die Substanz bereits in Kanada, Bulgarien, Slowenien, Finnland, Türkei, Polen, Kroatien, Slowenien, Litauen und Estland.
Auf dem wichtigen US-Markt dagegen, wo Pfizer schätzungsweise die Hälfte des Viagra-Geschäfts bestreitet, ist der Wirkstoff nach derzeitigem Stand noch bis 2020 geschützt. Der Umsatzverlust durch die Patentabläufe in Europa dürfte sich daher auf wenige hundert Millionen Dollar beschränken.
Konkurrenz für die Potenzpille.
Schlechte Nachrichten für die Arzneifälscher.
17:09 Gläubiger spielen auf Zeit : Zukunft von Air Berlin entscheidet sich nach der Wahl 17:05 Lesara-Gründer Roman Kirsch : Ein bisschen Aldi, ein bisschen Algorithmus 16:41 Projektname Flamingo : So sieht das Air-Berlin-Angebot von Utz Claassen aus 16:35 Daimler-Marke : Fuso bringt ersten Elektro-Kleinlaster heraus 16:01 Thyssen-Krupp : Zypries stützt Arbeitnehmer im Fusionsstreit 16:00 Staatliche Förderung : Innogy baut Stromtankstellennetz aus 15:03 Ryanair-Chef O’Leary : Lufthansa „sollte kein Luftfahrt-Monster werden“ 15:10 Pakete an der Tankstelle : Amazon paktiert noch stärker mit Shell 14:11 Soziale Netzwerke : Pinterest tritt aus dem Schatten von Instagram und Co 13:55 Attacke auf Eon und Innogy : Stromrebellen wollen Energiegiganten ärgern 13:48 Autonomes Fahren : Samsung investiert in Wiener Firma 13:45 Twitter-Chef Dorsey : Technologie sollte die Welt vereinen 13:57 Toshiba : Apple steigt offenbar in Kauf von Chipsparte ein 13:26 Trumpf eröffnet Smart Factory in Chicago : „Das ist der Traum jedes Blechfertigers“ 13:19 Gerry Weber : Modekonzern will sparen 12:56 Digitalmarketingmesse Dmexco : Propheten der Werbewelt 12:53 Elektronikkonzern : Siemens siedelt Forschung für autonome Robotik in China an 12:38 Discounter : Lidl wehrt Klage in den USA ab 14:07 Nach Bau-Panne auf der Rheintalbahn : Kollabierte Bahntrasse bei Rastatt wird früher fertig 12:36 Arbeitswelt von heute und morgen : Diese Fähigkeiten sollten Sie drauf haben.
Kommentare zu ” Viagra-Patent läuft aus: Konkurrenz für die Potenzpille”
Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.
MonsterDonut 21.06.2013, 20:46 Uhr.
"Auf dem wichtigen US-Markt dagegen, wo Pfizer schätzungsweise die Hälfte des Viagra-Geschäfts bestreitet"
Huch -mampfen die Amis das kiloweise mit Pommes & Burgern zusammen oder wie kann das sein, dass 314 Mio Amerikaner die Hälfte des weltweit hergestellten Viagras verbrauchen?
In der Apotheke ist schon jetzt Sildenafil Pfizer 50 mg 12 Stück für 30 Euro erhältlich. Nächste Woche kommen dann noch die Generikahersteller dazu und dann könnte es noch einmal ein klein wenig preiswerter werden.
das günstige neue Präparat von Pfizer selbst ist offenbar schon seit 1. Juni im Handel.
24 Stück à 100 mg kosten ca. 80 Euro, und damit tatsächlich nur 1/4 von Viagra.
Konnte die ganze Produktpalette schon in einer der "seriösen" Onlineapotheken finden (Medapex, Rezeptpflichtig).
suchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen in 36 deutschen Stellenbörsen.